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Ein Pfeifenschrank im Eigenbau

Ein Pfeifenschrank sollte zunächst Platz für die gesammelten Schätze bieten, von Größe und Form in die Wohnung und vom Aussehen zum eigenen Geschmack passen und zu allem Überfluß sollte er auch noch bezahlbar sein.

So viele Wünsche auf einmal? Das geht nun wirklich nicht ...

Also habe ich mich schon lange mit dem Gedanken getragen, endlich mal einen Schrank selber zu bauen, der genau meinen Vorstellungen und meinem Budget entspricht.
Meine Erfahrungen damit sind hier als eine Art Bauanleitung zusammengestellt. Auf konkrete Maße habe ich weitgehend verzichtet, da jeder wohl eigene Vorstellungen für seinen Schrank hat.

Mein Pfeifenschrank

Das größte Problem für einen Eigenbau ist die Herstellung einer Tür. Ohne passendes Tischlerwerkzeug und das notwendige Wissen ist das für den Heimwerker eine ziemliche Herausforderung.
Eher zufällig habe ich eines Tages das Inserat eines Küchenherstellers gelesen, der mit einem Werksverkauf von Einzelteilen aller Art warb. Meine Hoffnung auf eine passende Tür wurde hier nicht enttäuscht. Leider war es nur ein Rahmen ohne Scharniere und Glas, aber das Hauptproblem war damit erstmal gelöst. Mit den nicht ganz wunschgemäßen Maßen konnte ich mich bei einem Preis von 3,- € durchaus anfreunden.

Der Korpus besteht aus Massivholz, in meinen Fall aus Buche, die zwar teurer ist als Kiefer oder Tanne, dafür aber auch um Welten besser aussieht.
Die Maße für die Einzelteile hängen natürlich von der Tür und der Art wie diese befestigt wird ab. Um die Türmaße bestmöglich auszunutzen habe ich mich für eine eingesetzte Tür entschlossen.
Damit ergibt sich das Innenmaß des Schranks durch die Türmaße plus einer Zugabe von 3-4 mm. Die Länge der beiden Seitenteile ist damit festgelegt. Die Teile für Deckel und Boden sind um die zweifache Dicke des Holzes (typischerweise 18 - 20 mm) länger, damit man das ganze auch montieren kann.
Die Tiefe (Innen- / Nutzmaß) habe ich mit 13 cm dimensioniert. Die Breite der Rahmenteile ergibt sich dann aus diesem Maß plus der Dicke des Türrahmens.
Die Rückwand besteht aus 6 mm starkem Sperrholz. Schön wäre es natürlich, wenn die Rückwand bündig eingesetzt wird, aber das ist ohne Oberfräse kaum zu bewerkstelligen. Also sitzt die Wand einfach plan an der Rückseite auf. Das Maß ist in dem Fall das Innenmaß plus der zweifachen Holzdicke in Länge und Breite.
Zur Stabilisierung und als späterer Aufhänger ist oben noch eine ca. 3 cm breite Querleiste eingesetzt. (Länge = Innenmaß)

Der Korpus wird mit Dübeln und Holzleim verbunden. Die Rückwand wird verschraubt und zusätzlich verleimt. Zusammen mit der Querleiste ergibt das eine sehr stabile Konstruktion.
Bevor es an den Zusammenbau geht, sind aber noch ein paar Arbeitsgänge notwendig. Zum einen sind Belüftungslöcher für einen Pfeifenschrank unabdingbar. 3 Löcher a 10 mm sind dazu oben und unten in jedes Seitenteil gebohrt.
Außerdem ist es an der Zeit, sich um die Auflage der Böden Gedanken zu machen. Entweder bohrt man Löcher für Auflagestifte, oder man nagelt und leimt Vierkant- oder Viertelstableisten 10x10 mm an den passenden Stellen ein. Als Abstand zwischen den Etagen sind 17 bis 18 cm ein gutes Maß. Zwischen Boden und Holmauflage liegen 7 bis 10 cm, je nach Pfeifenmaßen.
Ebenfalls vor dem Zusammenbau kann für die Scharnierbefestigung vorgebohrt werden.
Beim anschließenden Zusammenbau ist unbedingt darauf zu achten, daß alles im rechten Winkel ist, sonst paßt die Tür später nicht mehr.

Details

Im Türrahmen fehlen jetzt noch die Löcher für die Scharniere. Dazu braucht man einen Forstnerbohrer, je nach Scharniergröße in 26 oder 35 mm Durchmesser. Die Lage der Löcher ist sorgfältig auszumessen, auch wenn diese Scharniere einen großen Einstellbereich haben.
Nun fehlt der Tür noch das Glas. Ich bin damit zum Glaser gegangen und habe für die allerdings auch recht große Tür ca. 25 € bezahlt.
Billiger kommt man davon, wenn man es selber macht. Glas bekommt man am billigsten, wenn man einen rahmenlosen Bildhalter kauft. Mit einem guten Glasschneider und ein wenig Übung ist der Zuschnitt ein Kinderspiel. Die Scheibe wird dann mit Vierkant - oder Viertelstableisten und dünnen Nägeln befestigt.
Ich habe das bei meinem später gebauten Schaukasten so gemacht und mich fast geärgert, so nicht schon beim Schrank verfahren zu sein. Allerdings wäre ein Bildhalter in passender Größe gar nicht mehr so einfach aufzutreiben gewesen.
Was noch fehlt, ist ein Griff und dann kann die Tür montiert und der Schrank in seiner Pracht bewundert werden. Als Anschlag für die Tür kann man oben und unten einen Dübel einsetzen, die Scharniere sorgen von allein dafür, daß die Tür nicht aufgeht. Man kann aber auch einen Magnetverschluß einbauen.

Nun fehlt noch das Wichtigste, die Einlegeböden für die Pfeifen.
Mit den Maßen habe ich schon bei einem vorigen Pfeifenschrank experimentiert. Es macht aber Sinn, erstmal an ein paar Sperrholzresten auszuprobieren, was für die eigenen Pfeifen paßt. Der Abstand zwischen den Pfeifen beträgt bei mir zum Beispiel 55 mm.

Boden und Holmauflage

Als Material ist Sperrholz geeignet. Ich habe Birken-Sperrholz genommen, die sogenannnte Multiplex-Optik (abwechselnd helle und dunkle Lagen) sieht an den Schnittkanten später recht gut aus. Die Stärke sollte mindestens 6 mm betragen, bei großen Schränken oder schweren Pfeifen ist eher 8 mm anzuraten.
Die Löcher im unteren Boden haben einen Durchmesser von 35 mm und werden mit einem Forstnerbohrer hergestellt. Die Auflage für die Holme wird gefertigt, indem man Sperrholz in der doppelten Breite zuschneiden läßt (mit einer Zugabe für das spätere Sägen). Dann bohrt man mit einem 26 mm Forstnerbohrer und teilt den Streifen in der Länge mit der Kreis- oder Handsäge. Zum Verschleifen nimmt man am besten Schleifleinen, damit lassen sich die Kanten recht einfach abrunden.
Auch wenn der Schrank nicht an die Wand gehängt wird, sondern wie bei mir auf einem anderen Schrank steht, muß er auf jeden Fall durch Schrauben an der Wand verankert werden, da er sonst bei offener Tür umkippt.

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