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Eine Poliermaschine selbst gebaut

(Jetzt auch mit Bildern)

Das Problem kennen wir ja alle, stumpfe Pfeifenköpfe, angelaufene Mundstücke. Irgendwann ist eine Politur fällig.
 
Die Verwendung einer Bohrmaschine zu diesem Zweck ist nur für Gelegenheitspolierer sinnvoll, da wenig stabil und meist sehr laut. Also muß ein besseres Gerät heran. Ich habe dazu im Baumarkt einen sogenannten Doppelschleifer gekauft, diese Maschinen sind oft im Angebot und starten bei etwa 15 €. Sie sind zum Schleifen von Metall gedacht, und es gibt sie ab einer Leistung von etwa 150 W für Scheibendurchmesser von 150-160 mm. Das ist für viele Anwendungen etwas schwach, da man diese Motoren schon fast mit der Hand anhalten kann. Alternativ habe ich auch schon einen Motor mit 750 W probiert, da hat man dann aber immer den Angstschweiß auf der Stirn, da bei der Leistung jeder kleine Fehler dazu führt, dass einem das Werkstück auf der Hand gerissen wird und durch die Werkstatt segelt. Irgendwo dazwischen, etwa bei 250 bis 400 W müsste man ganz gut aufgehoben sein.
Größere Schleifer mit 15 mm Wellendurchmesser haben noch einen Riesenvorteil. Das Abschlußgewinde ist hier M 14, damit passen übliche Werkzeuge für Winkelschleifer, z.B. Schleifteller, exakt an diese Geräte. Wer also auch selber Pfeifen anfertigen will, sollte gleich zu einem solchen Gerät greifen.
Wichtig ist die richtige Drehzahl, 3000 U/min ergeben bei einem Durchmesser von 150 mm genau die passende Umfangsgeschwindigkeit. Idealer wäre noch eine Möglichkeit, die Drehzahl zu regeln, üblich ist aber maximal bei größeren Geräten eine 2-Stufen Schaltung.
Stufenlose elektronische Drehzahlregler gibt es aber in Elektronikkatalogen als Bausatz oder Fertiggerät ab zirka 15 €. Man muß nur aufpassen, daß die zulässige Dauerlast ausreichend groß ist und das sie für den richtigen Motortyp ausgelegt sind. Viele Motoren haben einen sogenannten Betriebskondensator der den Betrieb mit einfachen Reglern verhindert!
 
Um die Tuch- anstelle der Korundscheiben montieren zu können, muß erst mal die Sicherheitsverkleidung ab, es ist auch zweckmäßig, diese später nicht wieder anzubauen, da sie nur im Weg ist. Natürlich hat man damit ein gewisses Sicherheitsrisiko, das aber kalkulierbar ist.
 
Hat man die Korundscheiben abgebaut (Achtung, linke Motorseite hat Linksgewinde :) muß man kurz nachmessen, welchen Durchmesser die Wellenenden haben. Üblich sind 12,7 mm (1/2 ") und bei größeren Maschinen 15 bis 20 mm. Wer die Polierscheiben von DanPipe mit dem Metall-Innensechskant-Mitnehmer hat, braucht noch einen passenden Adapter. Dazu bohrt/dreht man einfach eine Mutter der Schlüsselweite 19 mm auf Innendurchmesser 12,7 mm auf und schon passt es. Eventuell braucht man noch ein paar Distanzstücken, um die Scheiben sicher verschrauben zu können.
 
Passende Tuchscheiben zu kaufen ist, von DanPipe abgesehen, schwieriger als anzunehmen. Ich habe Glück gehabt und eine Firma gefunden, die mir Scheiben nach meinen Wünschen und Maßen in verschiedenen Materialien sehr preiswert herstellt. Alternativ kann man Polierscheiben auch selber anfertigen, eine Anleitung dazu gibt es hier. Als Mindestausstattung braucht man für eine komplette Politur 4 Scheiben. Je eine für die Polierpasten rot (grob) und weiß (fein), sowie eine für das Carnauba-Wachs und eine blanke Scheibe zum abschließenden Nachpolieren. Dabei sollte für die letzten beiden ein flauschigeres Material zum Einsatz kommen, als bei den Polierpasten.
 
Sind die Scheiben montiert, empfiehlt es sich, den Motor kurz anlaufen zu lassen, dann abzustellen und die Verschraubungen nachzuziehen. Der Motor selber sollte natürlich sicher auf einer stabilen Unterlage verschraubt sein, alternativ und bei kleineren Leistungen kann man ihn aber auch temporär mit zwei Schraubzwingen festklemmen. Für das Polieren gelten die üblichen Sicherheitshinweise: enganliegende Kleidung, kein Schmuck, lange Haare (so vorhanden) unter eine Mütze stecken. Dies ist besonders wichtig, da die Schutzabdeckung nicht wieder angebaut wird. Darüber hinaus sollten man beim Polieren von Kanten aufpassen, dass sie nicht erfasst und weggerissen werden. Ebenso sollte man NIE den Finger in die Rauchkammer stecken, auch wenn das guten Halt/Führung vermittelt, sonst bricht man sich schnell mal den Finger!

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